Liebe, Lust und Likes: Paar liegt mit dem Rücken zueinander gedreht im Bett und schauen jeweils auf das Handy

Liebe, Lust und Likes: Wie sich Social Media auf unser Sexleben auswirkt

Social Media beeinflusst nicht nur unser Körperbild, sondern auch unsere Beziehungen und Sexualität. Wie sich digitale Gewohnheiten auf Lust, Nähe und Intimität auswirken.

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Social Media gehört längst zu unserem Alltag. Wir lassen uns unterhalten. Wir erstellen Profile, daten, chatten und flirten. Wir informieren, präsentieren und vergleichen uns. Und das wirkt sich auch auf unsere Sexualität aus. Denn Social Media beeinflusst, wie wir uns selbst wahrnehmen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und wie präsent wir in Beziehungen sind.

Wenn Gespräche ständig unterbrochen werden oder das Handy regelmäßig mehr Aufmerksamkeit bekommt als der Mensch neben uns, können Nähe und Intimität auf der Strecke bleiben. Dieser Zusammenhang wird durch Studien bestätigt: Problematische Social Media-Nutzung geht mit geringerer Beziehungszufriedenheit und sexuellen Schwierigkeiten einher.

Das Handy im Bett

Sex braucht nicht zwingend Kerzen und romantische Musik – jedoch Aufmerksamkeit, Präsenz, Nähe und Entspannung. Wenn der Kopf permanent mit neuen Nachrichten, Reels und Posts beschäftigt ist, wird es schwierig, ganz im eigenen Körper anzukommen. Intensive Mediennutzung (besonders am Abend) kann außerdem Stress und Schlafprobleme fördern – keine guten Voraussetzungen für die Entstehung von Lust! Das heißt natürlich nicht, dass alle Instagram-Nutzer:innen schlechten Sex haben. Es geht vielmehr darum, wie wir mit Social Media umgehen und wie viel Raum es in unserem Leben einnimmt.

Wenn der Vergleich mit ins Bett kommt

Auf Social Media begegnen uns Menschen mit perfektem Körper, makellosem Gesicht und scheinbar aufregendem Sexleben. Wir wissen zwar, dass vieles inszeniert und bearbeitet ist, vergleichen uns aber trotzdem. Wer beim Sex allerdings darüber nachdenkt, wie der eigene Körper aussieht, ist im Kopf und nicht im Körper. Sexualität lebt davon, dass wir fühlen. Berührung, Erregung, Gänsehaut, Atem, Lust. Social Media funktioniert genau andersrum: Wir beobachten. Wir schauen uns andere Menschen an. Wir betrachten uns selbst auf Fotos und Videos. Wir präsentieren uns. Wir bewerten. Wir vergleichen. Das kann dazu beitragen, dass wir unseren Körper zunehmend von außen betrachten, statt ihn zu spüren.

Alles hat zwei Seiten

Social Media kann sexuelle Bildung fördern, neue Perspektiven eröffnen, Menschen miteinander verbinden und Inspiration für die eigene Sexualität liefern. Das Problem beginnt dort, wo digitale Inhalte das eigene Erleben ersetzen oder zum Maßstab dafür werden, wie Sexualität aussehen bzw. gelebt werden sollte.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Social Media Ihre Sexualität, Ihr Körpergefühl oder Ihre Beziehung stärker beeinflusst, als Ihnen lieb ist, kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ich bin gerne für Sie da!

Was sie ausprobieren können:

  • Mehr Aufmerksamkeit: Vereinbaren Sie mit Ihrem Liebsten gewisse Zeiten ohne Handy, zum Beispiel beim gemeinsamen Essen. Ungeteilte Aufmerksamkeit ist ein wertvolles Geschenk für Ihre Beziehung!
  • Handyfreie Intimität: Stellen Sie beim Kuscheln, Küssen und Sex Ihr Smartphone in den Flugmodus und legen Sie es außer Reichweite. Am besten wäre es, das Handy ganz aus dem Schlafzimmer zu verbannen – das tut nicht nur Ihrem Sexleben, sondern auch Ihrer Schlafqualität gut!
  • Weniger Kopf, mehr Körper: Versuchen Sie beim Sex nicht darüber nachdenken, wie Sie aussehen, sondern bewusst wahrzunehmen, was Sie im Körper spüren.
  • Bewusst atmen: Wenn Sie merken, dass Sie zu sehr mit Ihren Gedanken beschäftigt sind, konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Das bringt Sie zurück in den Körper.

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