Milliarden-Investment in Villach
1,1 Millarden Euro investiert Infineon in den Standort Villach.
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Halbleitertechnologie ist der Motor unserer Alltags – Computerchips sind überall. Und die Nachfrage steigt immer weiter. Besonders energieeffiziente Chips werden immer bedeutender – etwa für KI-Rechenzentren. Die Infineon Technologies AG setzt nun einen großen Schritt in die Zukunft und investiert rund 1,1 Milliarden Euro in den Ausbau des Standorts Villach bis 2034. Im Mittelpunkt der Investitionen steht eine neue Chip-Technologie.
Konkret baut die Infineon Technologies AG die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter der neuesten Generation auf 300-Millimeter-Wafern auf. Galliumnitrid ist ein modernes Halbleitermaterial, das Strom deutlich effizienter schalten und umwandeln kann. Dadurch entstehen kleinere, leistungsfähigere und energieeffizientere elektronische Systeme mit geringeren Energieverlusten und weniger Wärmeentwicklung. Neu ist, das diese Werkstoff nun in Kombination mit größeren Wafern – sozusagen die Grundplatte für die Herstellung von Computerchips – zum Einsatz kommt, was eine Kostenreduktion mit sich bringt. Diese Kombination aus zwei Neuerungen konnte von Infineon 2024 erstmals umgesetzt werden und gilt als Weltneuheit und technologischer Meilenstein. Mit der heute angekündigten Investition überführt Infineon diese Technologie nun in die weltweit erste Hochvolumenfertigung zur Belieferung von Kunden.
Mit diesem Schritt adressiert Infineon die stark wachsende Nachfrage nach leistungsfähigen Stromversorgungslösungen. Galliumnitrid ermöglicht erhebliche Effizienzsteigerungen in zahlreichen Applikationen wie KI-Rechenzentren, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität, Robotik und Konsumentenelektronik.
Großer Schritt für Villach und Österreich
Die 1,1 Milliarden Euro werden in bestehende Reinraumflächen am Standort Villach investiert; die Produktion soll Ende 2027 starten. Die gleichzeitige Nutzung der vorhandenen sowie modernisierten Infrastruktur ermöglicht einen besonders effizienten und kosteneffektiven Ausbau der Fertigungskapazitäten.
„Diese substanzielle Investition ist unser klares Bekenntnis zur Stärkung des europäischen Halbleiter-Ökosystems und der technologischen Souveränität Europas,” sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG. Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG sagt dazu: „Wir bringen aus Österreich heraus Innovation in die industrielle Anwendung, stärken unsere technologische Führungsrolle und sichern hochqualifizierte Arbeitsplätze. Mikroelektronik ist dabei eine Schlüsselindustrie mit enormer Hebelwirkung für Wirtschaft und Gesellschaft.”
Auch die Politik ist überzeugt, allen voran Bundeskanzler Christian Stocker: „Mit dem Milliarden-Investment von Infineon erleben wir eine der größten Einzelinvestitionen in der Geschichte der österreichischen Hightech-Industrie,” sagt dieser. “Das ist nicht nur ein starkes Bekenntnis zu unserem Wirtschaftsstandort, sondern stellt auch sicher, dass die Zukunft der Halbleiterindustrie nicht nur in Asien oder Amerika entschieden wird, sondern auch in Österreich und Europa.” Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont: „Österreich ist bei energieeffizienten Chips bereits führend. Gemessen an unserer Bevölkerungsgröße liegen wir bei den Ausgaben für betriebliche Forschung im Halbleiterbereich EU-weit auf Platz eins. Diesen Vorsprung wollen wir mit unserer Industriestrategie ausbauen und neue Technologien nicht nur erforschen, sondern auch im industriellen Maßstab produzieren. Davon profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort.“ Die Investition in diese weltweit neuartige Zukunftstechnologie wird im Rahmen des European Chips Acts gefördert. 319 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln werden zugeschossen.
Für Villachs SPÖ-Klubobmann Luca Burgstaller zeigt die Investition “welche internationale Bedeutung Kärnten als Technologiestandort mittlerweile erreicht hat.” Dass Infineon bei einer der wichtigsten Zukunftstechnologien auf Kärnten setzt, sei vor allem auch eine Auszeichnung für die hochqualifizierten Menschen, die hier arbeiten und forschen: “Dieses Wissen und diese Innovationskraft sind unsere größte Stärke im internationalen Wettbewerb.”
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