Weltkrebstag: Prävention im jungen Alter ist wichtiger denn je
Bewusstseinsbildung betrifft alle Generationen
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Die Berichte rund um den Weltkrebstag schockieren: junge Menschen haben immer öfter Krebs. Das liegt, so die Einschätzungen, vor allem am Lebensstil. Und das, obwohl aktuelle Trends – besonders auf Social Media – eine vermeintlich starke Hinwendung zu Gesundheitstrends zeigen (Low Alcohol, Sport, Gesunde Ernährung…). Aber genau hier sehen wir – Erkrankungen sind nicht immer ausschließlich vom Lebensstil abhängig und können jeden treffen, wie Gerade deshalb ist geht es nicht nur um Gesundheit im Alltag, sondern auch um Vorsorge. Und zwar wo nötig schon in jüngeren Jahren. Vor allem Schilddrüsenkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Hodenkrebs und Brustkrebs können schon weit früher zum Thema werden, als in der Regel erwartet wird.
Neue Technik
Auf der anderen Seite macht die Medizin aktuell große Sprünge in Sachen Therapie, Früherkennung und Diagnostik – besonders auch dank des Einsatzes KI-basierter Technologien. Ein anschauliches Praxis-Beispiel findet sich in der Arbeit von Prim. Dr. Hans Peter Gröchenig und seinem Team im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit an der Glan. Dort spielt KI eine zentrale Rolle. Wegweisend ist das neue ENDO-AID System zur besseren Erkennung von Darmpolypen: „Das System ist speziell darauf ausgerichtet, die Erkennungsrate von Polypen bei Darmspiegelungen signifikant zu verbessern. Die Analyse von Endoskopiebildern in Echtzeit hilft dabei, pathologische Veränderungen schneller und genauer zu identifizieren. ENDO-AID erkennt Polypen im gesamten Sichtfeld und liefert zusätzliche Informationen, die für eine präzise Diagnosestellung unerlässlich sind“, beschreibt der Darmkrebs-Experte die Methode. Auch Virtual Reality wird in der Medizin zunehmend zum Thema, im KH St. Veit vorrangig im Einsatz für das psychologische Wohlbefinden von Chemo-Patienten, die durch VR-Brillen in wundersame, entspannende Welten eintauchen können, um so die Angst und Nervosität vor der Behandlung etwas abzuwenden.

Welche Faktoren führen zu Krebs?
Grundsätzlich gilt: Viele Faktoren unseres alltäglichen Verhaltens können das Krebsrisiko befeuern – und gerade weil sie so alltäglich sind, können diese Risikofaktoren mehr oder weniger einfach in Schach gehalten werden. Das beginnt bei der Ernährung – diese ist ganz besonders beim Thema Darmkrebs wichtig. Industriell verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Alkohol schädigen das Mikrobiom und fördern Entzündungen, die langfristig das Darmkrebsrisiko erhöhen.
Das größte Krebsrisiko wird nach wie vor dem Rauchen zugeschrieben. Das trifft nicht nur Zigaretten, sondern auch Vapes! In herkömmlichen Zigaretten und Vapes sind eine viehlzahl an giftiger Stoffe enthalten, die sich schädlich auf unsere Zellen auswirken und so direkt die Entstehung von verschiedenen Tumorarten begünstigen.
Auch Umweltfaktoren, besonders der berufsbedingte Kontakt mit Schadstoffen oder sogar das Leben in einer potenziell toxischen Wohngegend können das Krebsrisiko maßgeblich beeinflussen.
Rund 5% aller Krebsfälle sind außerdem erblich bedingt. Kommen bestimmte Krebsarten in der Familie gehäuft vor, kann eine frühzeitige Abklärung empfehlenswert sein. Genetische Tests und Beratungen ermöglichen es, individuelle Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielte Vorsorgemaßnahmen einzuleiten, um die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung zu minimieren.
5 Tipps zur Krebsprävention im jungen Alter:
- Auf die Ernährung achten: Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell, um das Immunsystem zu stärken und den Körper vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde Fette liefern wichtige Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen. Reduziere stark verarbeitete Lebensmittel und Zucker, um Entzündungen im Körper zu minimieren. Und selbstredend gilt – achte auf den Konsum schädlicher Substanzen: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind zwei der größten Risikofaktoren für Krebs. Der Verzicht darauf ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Prävention.
- Viel Bewegung: Sport ist nicht nur gut für die Figur, sondern auch für die Gesundheit. Bewegung hilft, das Risiko für viele Krebsarten zu senken, insbesondere für Brust- und Darmkrebs. Schon 30 Minuten moderate Aktivität am Tag, wie Joggen, Radfahren oder Yoga, können einen großen Unterschied machen.
- Sonnenschutz: Die Sonne ist zwar eine wunderbare Energiequelle, doch ihre UV-Strahlen können Hautkrebs verursachen. Verwende täglich Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor, auch an bewölkten Tagen. Schütze dich zusätzlich mit Kleidung, Hüten und Sonnenbrillen, besonders in den Sommermonaten.
- Vorsorge, Gesundheitschecks und Impfungen: Regelmäßige Arztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören auch Impfungen, die vor bestimmten Krebsarten schützen können. Besonders wichtig ist die HPV-Impfung, die vor humanen Papillomaviren schützt – einer der Hauptursachen für Gebärmutterhalskrebs. Sie wird jungen Menschen empfohlen und sollte idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen.
- Auf den Körper hören: Auch wenn man jung ist, sich gesund fühlt, und Ratgeber bestimmte Vorsorgechecks erst ab einem viel höheren Alter empfehlen: Stimmt etwas nicht im Körper über längere Zeit, ist eine Untersuchung immer gut und richtig.
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