Der Dirigent und Komponist Gerd Kühr ist gebürtiger Lesachtaler © Walter Kober
Weitere Auszeichnung für Gerd Kühr
Preise und Auszeichnungen hat Gerd Kühr schon einige erhalten. Nun darf sich der 1952 im Lesachtal geborene Komponist und Dirigent nach dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten (2022) auch über den Großen Österreichischen Staatspreis freuen, wie Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekanntgab.
Dieser ist die höchste Auszeichnung der Republik für ein künstlerisch herausragendes Lebenswerk und ist mit 30.000 Euro dotiert. „Gerd Kühr ist eine konstante und immer spannende Stimme der österreichischen zeitgenössischen Musik. […] Dabei setzt er sich immer wieder aufs Neue mit den Gestaltungsmöglichkeiten der Musik auseinander, er experimentiert und erforscht neue Klangwelten. Zahlreiche hochkarätige Auftragswerke und seine facettenreiche Zusammenarbeit mit renommierten Ensembles und Orchestern belegen Gerd Kührs überragende Bedeutung für die zeitgenössische Musik in Österreich“, so Andrea Mayer über den Kärntner, dem 1988 der Durchbruch gelang – mit der Uraufführung der Oper „Stallerhof “ (Libretto: Franz Xaver Kroetz) bei der 1. Münchener Biennale.
Als Professor für Komposition an der Kunstuni Graz hat er seine Studenten geprägt. Nach dem Staatspreis gefragt, sagte Gerd Kühr dem MONAT: „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Vergeben wird dieser Preis ja für ein Lebenswerk einer Künstlerin oder eines Künstlers. Es ist daher auch für mich ein wichtiger Moment und Anlass, um darauf zu schauen, welche Menschen, Geschichten und Ereignisse mein künstlerisches Tun beeinflusst haben.“
Woran er gerade arbeitet? Kühr: „Das sind wie immer in meinem Leben ganz unterschiedliche Dinge – z. B. ein Bühnenstück, ein Werk für ein Streichquartett, eines für ein Klavierduo, aber auch Überlegungen zur musikalisch-inhaltlichen Gestaltung von Konzerten. Und die ‚Melodie‘, die mich dabei immer begleitet, ist einerseits geprägt vom Sortieren, Aufräumen und Wiederfinden, andererseits vom Entdecken und Erforschen.“
Weitere Artikel zu diesem Thema
Lifestyle
6 Min.
Keine Lust – wo bleibt das Wir?
Ein Baby verändert alles – den Körper, den Alltag, die Nähe. Das ehrliche Interview, das die meisten Expert:innen mit einem meistens nicht führen. Die steirische Klinische Sexologin Lisa Akbal über Tabus, veränderte Körperbilder und ein neues (Un-)Lustempfinden.
Windeln wechseln, nicht schlafen, funktionieren, keine Lust. Und irgendwann, mitten in dieser neuen Erschöpfung, schaut man den Menschen an, mit dem man dieses Kind in die Welt gesetzt hat – und fühlt sich ihm seltsam fern. Die Verbundenheit zueinander liegt unter einem Haufen von To-dos begraben. Die Lust aufeinander noch tiefer drunter. Worüber man nicht … Continued
6 Min.
Lifestyle
5 Min.
Mama werden, wann ich will
Zu früh. Zu spät. Genau richtig? Gesellschaftlich gibt es immer einen falschen Zeitpunkt, Mutter zu werden – zu jung ist unverantwortlich, zu alt ist egoistisch. Zwei Frauen erzählen ihre Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und die zeigen: Der richtige Moment ist keine gesellschaftliche Frage. Sondern eine sehr persönliche.
Sie schrieb die letzte Schularbeit mit dem Kind am Arm. Englisch, achte Klasse. Andrea Breithuber aus Graz fühlte sich damals – zum ersten Mal in einer Prüfungssituation überhaupt – vollkommen sicher. „Ich saß da mit einem Gefühl aus Freude und Stolz, weil sich das alles für mich absolut richtig anfühlte.“, sagt sie zum Thema “Mama … Continued
5 Min.
Mehr zu Lifestyle
Abo