Mauritius: Spektakuläre Luftaufnahme der Halbinsel Le Morne mit Korallenriffen und türkisfarbenen Lagunen auf Mauritius.

Mauritius: Warum die paradiesische Insel eine Reise wert ist

Türkisblaues Wasser, weiße Sandstrände, Palmen im Wind. Mauritius ist viel mehr als ein tropisches Sehnsuchtsbild.

8 Min.

© Shutterstock

Mauritius bewegt sich in seinem eigenen Rhythmus. Es ist eine Mischung aus Gelassenheit, Herzlichkeit und Vielfältigkeit. Als ich ankam, war mir bald bewusst: Mauritius ist viel mehr als ein tropisches Sehnsuchtsbild. Für mich war es eine Insel der Begegnung, der Aromen und der kleinen Momente, die lange nachwirken.

Schon am frühen Morgen, als die Sonne langsam über dem Indischen Ozean aufsteigt und das Licht die Lagunen in unzählige Blau- und Gelbtöne taucht, spüre ich bei meiner Ankunft diese besondere Atmosphäre.

Die Luft riecht nach Salz, tropischen Blüten und einem Hauch Vanille. Tja, es gibt Reisen, die beeindruckend sind. Und es gibt Reisen, die etwas mit einem machen. Mauritius kann beides.

Fünf Frauen, die sich vorher nicht kannten, aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlichen Lebens­geschichten und Persönlichkeiten – was als Pressereise begann, entwickelte sich rasch zu einem unvergesslichen Erlebnis voller Gespräche, Lachen, gemeinsamer Erinnerungen und dem Gefühl, dass es manchmal nur wenige Tage braucht, um echte Verbindungen entstehen zu lassen.

Mauritius: Palmen, Liegestühle und feiner Sandstrand in einer tropischen Badebucht auf Mauritius.
© Nicole Schlaffer

Ankommen

Die ersten Nächte verbringen wir im The Ravenala Attitude Hotel an der Nordwestküste. Direkt am Strand gelegen, wirkt das Resort wie eine kleine Welt für sich. Nach dem langen Flug scheint die Zeit plötzlich langsamer zu vergehen. Ein Spaziergang am Strand, das sanfte Rauschen der Wellen und später ein hervorragendes Dinner unter freiem Himmel im Mozaik Res­taurant markieren den Beginn einer wunderbaren Reise.

Während die Sonne hinter dem Horizont versinkt und der Himmel in Orange- und Rosatönen leuchtet, erzählen Raymond Duvergé und Vincent Desvaux de Marigny von der Attitude Hotelgruppe von ihrer Heimat und was Mauritius ausmacht: Die Menschen sind stolz auf ihre Insel, ohne dabei jemals aufdringlich zu wirken. Gastfreundschaft ist hier gelebter Alltag.

Streetfood

Am nächsten Tag zeigt sich die Hauptstadt Port Louis von ihrer lebendigen Seite. Zwischen kolonialen Fassaden, modernen Gebäuden und bunten Märkten begegnen sich Kulturen aus Indien, Afrika, Europa und China. Genau diese Mischung prägt Mauritius seit Jahrhunderten. In den engen Gassen duftet es nach Gewürzen, Curry und frisch frittierten Snacks. Händler verkaufen exotische Früchte, handgefertigten Schmuck und kleine Kunstwerke. Kulinarisch spannend wird es, als wir in kleinen Lokalen und Märkten heimisches Streetfood probieren und aus Kokosnüssen trinken. Chili Bites (­Ga­teaux Piments), Bao (Boulettes), Roti, Sesam Balls (Gateau Zinli) und unzählige weitere Spezialitäten zeigen, warum die mauritische Küche als eine der vielseitigsten im Indischen Ozean gilt. Hier verschmelzen Einflüsse aus mehreren Kontinenten zu etwas ganz Eigenem.

Einen Blick hinter die Kulissen dürfen wir bei den heimischen Star-Künstlern Gael Froget und Evan Sohun werfen. In ihrem Atelier in der Hauptstadt geben sie uns Einblicke in ihr kreatives Schaffen und präsentieren uns ihre Arbeiten. Mit vielen bunten Eindrücken geht es am Nachmittag weiter zu einem für die Insel sehr bedeutenden Termin.

Schwimmende Bildung

Dass Mauritius seine Naturschätze bewahren möchte, zeigt sich wenig später an diesem Tag im Marine Discovery Centre nahe des Hotels Lagoon Attitude. Dort wird das neue Projekt „Ekol’o“ vorgestellt – ein schwimmendes Bildungszentrum auf einem umgebauten Katamaran, das Besucher*innen für die faszinierende Unterwasserwelt sensibilisieren soll. Die Reden sind emotional, die Botschaft klar: Wer die Schönheit des Meeres erleben darf, trägt auch Verantwortung dafür.

Luftaufnahme einer idyllischen Bucht mit schwarzem Lavagestein und kristallklarem Wasser auf Mauritius.
© Front Row Society / Jessica Conrad

Einen völlig anderen Einblick in die Geschichte der Insel bietet uns das Château de Labourdonnais am nächsten Tag. Die prachtvolle Allee, die zum Herrenhaus im Kolonialstil führt, wirkt tatsächlich filmreif. Riesige Bäume spenden Schatten, tropische Pflanzen wachsen in verschwenderischer Fülle.

Als wir durch das Anwesen geführt werden und all die original erhaltenen Möbel und Antiquitäten bestaunen, spüren wir einen Hauch vom Mauritius des 19. Jahrhunderts und von einer Zeit, deren Spuren bis heute sichtbar sind – wohingegen die Modernität und das Farbkonzept des Attitude Headquarters uns am selben Tag auf andere Art und Weise staunen lässt. Dort kann sich sogar der beste Interieur-Designer noch Inspiration holen! In so einem Büro lässt es sich bestimmt gut kreativ sein.

Mauritius: Frau dreht sich barfuß am weißen Sandstrand vor Palmen und Lagune auf Mauritius.
© Nicole Schlaffer

Und das Wetter? Während unseres gesamten Aufenthalts auf Mauritius regnet es fast täglich – tropische Schauer, kurz und intensiv. 20 Minuten später scheint meist wieder die Sonne. Da im Juni quasi Herbst auf Mauritius ist, bleiben die Temperaturen angenehm um die 25 bis 28 Grad und abends reicht im Freien oft ein leichter Schal um die Schultern, während das Meeresrauschen die Geräuschkulisse übernimmt.

Sari-Tanz

Je weiter unsere Reise voranschreitet, desto stärker rücken die Menschen in den Mittelpunkt. In unserer nächsten Unterkunft – Hotel Sunrise Attitude an der Ostküste – beginnt der Tag für mich mit einem Strandspaziergang in der Morgensonne. Das Meer ist spiegelglatt und am Horizont färbt sich der Himmel golden. Später führt uns eine Radtour entlang einsamer Buchten und unberührter Küstenabschnitte. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf glasklares Wasser, das in allen Schattierungen zwischen Türkis und Tiefblau leuchtet. Mauritius besitzt wirklich jene Farben, die man auf Werbebildern oft für übertrieben hält.

Mauritius: Frauen in farbenfrohen Saris bei einem traditionellen Besuch in einem Wohnhaus auf Mauritius.
Beim Besuch im Haus einer heimischen Hindu-Familie aßen wir traditionelle Speisen und wurden anschließend in kunstvolle Saris gekleidet. © Nicole Schlaffer

Der bewegendste Abend der Reise findet allerdings nicht in einem Restaurant statt – sondern daheim bei einer lokalen Familie, die ihr Mehrgenerationenhaus für uns öffnet.
Was folgt, ist weit mehr als ein Abendessen. Regionale hausgemachte Speisen werden uns aufgetischt – und zwar nicht auf Tellern, sondern auf einer Papierunterlage direkt auf dem Tisch. Statt Besteck nehmen wir unsere Finger und ein Stück frisches Roti (Fladenbrot). Die Speisen – Fisch, Lamm, Gemüse, alles saftig und Ragout-artig zubereitet und mit vielen Gewürzen versehen – werden nebeneinander auf das Papier gehäuft, ein Gericht köstlicher als das andere. Wir lachen, erzählen, schlemmen und vergessen dabei völlig die Zeit.

Satt von den genialen Speisen, die Hände und das Gesicht verschmiert, sieht man uns an, dass wir nicht oft auf diese Art essen, doch was dann nach dem Waschen kommt, ahnten wir vorher nicht: Die Mutter des Hauses kleidet jede von uns in einen kunstvollen, bunten Sari. Mit geübten Handgriffen verwandelt sie Meter um Meter Stoff in elegante Gewänder. Schmuck wird uns angelegt, Blumen ins Haar gesteckt. Als die Tochter des Hauses schließlich zu tanzen beginnt und uns mitzieht, entsteht einer der Reisemomente, den ich so nie hätte planen können – und genau deshalb nie vergessen werde.

Mauritius: Drei Frauen genießen auf einem Katamaran die Aussicht auf das türkisfarbene Meer und die Küste von Mauritius.
© Nicole Schlaffer

Am letzten Tag wartet noch einmal Bilderbuch-Mauritius auf uns. Ein Katamaran bringt uns zur Île aux Cerfs, einer kleinen Insel vor der Ostküste. Die Lagune wirkt beinahe unwirklich klar, das Wasser schimmert in leuchtenden Türkis­tönen und der feine Sand knirscht unter den Füßen. Die Landschaft, fast unberührt, strahlt eine stoische Ruhe aus. Nach unserer Rückkehr ins Hotel verbringen wir einen gemütlichen Abend voller guter Gespräche und großartigem Essen und lassen die letzten Tage Revue passieren.

Was bleibt von Mauritius?

Traumhafter Sandstrand mit türkisblauem Wasser und Palmenküste auf Mauritius.
© Front Row Society / Jessica Conrad

Sicher die türkisfarbenen Lagunen und die traumhaften Strände. Vor allem aber die Menschen. Die Verkäuferin im kleinen Streetfood-Lokal, die stolz ihre Gerichte erklärt. Der Taxifahrer, der ungefragt Geheimtipps verrät. Die Familie, die Fremde für einen Abend wie Verwandte behandelt. Und auch die Mitreisenden selbst. Uns fünf verbindet jetzt eine Reisefreundschaft und viele schöne gemeinsame Erinnerungen, die uns immer aneinander denken lassen werden.

Mauritius hat es geschafft, sich leise in meiner Erinnerung zu verewigen. Und noch lange nach der Heimreise denke ich an das Licht über dem Meer, an den Duft von Curry in den Straßen von Port
Louis und an jene Herzlichkeit, die hier so selbstverständlich wirkt wie die
Palmen am Strand.

Die Hotels

Die Führung durch die Villa im Kolonialstil war spannend und der Besuch des Attitude-Headquarters inspirierend.

Attitude Hotels ist eine familien­geführte Hotelgruppe aus Mauritius, die 2008 gegründet wurde und sich seitdem für verantwortungsbewusste Gastfreundschaft engagiert. Die Gruppe betreibt derzeit neun Hotels: 3-Sterne-Superior, 4-Sterne sowie das exklusive 5-Sterne Paradise Cove Boutique Hotel auf Mauritius. Das erste internationale Haus auf Sansibar wurde im November 2025 eröffnet. Als zertifiziertes B-­Corp-Unternehmen erfüllt Attitude höchste Standards in sozialer und ökologischer Verantwortung. Ziel der Marke ist es, authentische Erlebnisse zu schaffen, die die Kultur der Inseln feiern, einheimische Gemeinschaften stärken und die Umwelt schützen.

Diese Reise erfolgte auf freundliche Einladung von Attitude Hotels.

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