“Alplog Nord” landet nun vor Gericht
In der April-Ausgabe hat der MONAT über Pläne zu einem Logistikzentrum in Villach berichtet. Die Wogen in Federaun gingen hoch, zahlreiche Beschwerden gegen das Projekt warnen in Vorbereitung. Nun gibt es neue Entwicklungen
Seit 20 Jahren sind die Federauner Felder heiß begehrt ©KK
Kürzlich hat die Landesabteilung der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für Alplog Nord nicht zugestimmt. Die Bürger*inneninitiative “Rett’ ma die Schütt” ist schockiert und reicht über ihren Rechtsbeistand Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht ein.
Die geplante Errichtung eines Logistikzentrums der deutschen Firma DLH auf dem ökologisch wertvollen Gebiet Schütt-Federaun stößt auf heftigen Widerstand. Kritiker – wie z.B. der Naturschutzbeirat Kärnten – werfen DLH und Stadt Villach vor, das Gesamtprojekt durch “Salamitaktik” und Verschleierung seiner tatsächlichen Ausmaße einer notwendigen, umfassenden Umweltprüfung zu entziehen.
Besonders auffällig ist, dass die Einreichung der DLH nach einer “Vorhabensoptimierung” plötzlich andere, als die bisher gewidmeten Flächen betrifft und diese um gerade einmal 49m² unter dem Schwellenwert für eine Umweltverträglichkeitsprüfung gerückt wurden. Dieser Schritt wird als Versuch gewertet, eine tiefgehende Prüfung und mögliche Auflagen zu vermeiden, die dem Vorhaben schaden könnten.
Projekt umbenannt
Erstaunlicherweise wurde das Projekt kürzlich umbenannt und soll nun kein Logistikzentrum mehr sein, sondern ein „Gewerbepark“. Das muss alle Beobachter stutzig machen, wo Alplog Nord doch seit Jahren als Logistikzentrum beworben wird. Diese Änderung der Bezeichnung wird als weiterer Versuch gesehen, die wahre Natur des Vorhabens zu verschleiern um einer gründlichen Prüfung zu entgehen.
Außerdem wird von der Stadt und DLH behauptet, das Einreichprojekt habe nichts mit dem geplanten Hochwasserschutz oder anderen städtischen Planungen zu tun, obwohl diese Grundvoraussetzung für die Erschließung der “Federauner Felder” sind. Diese Behauptungen scheinen ebenfalls gezielt eingesetzt zu werden, um eine strengere UVP-Prüfung zu umgehen.
Die Bürger*inneninitative „Rett‘ ma die Schütt“, fordert Transparenz, eine ehrliche Darstellung der Pläne und die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung für das Gesamtprojekt.
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