Femcademy: Karriereboost für Unternehmerinnen

Erfolgsgeschichten.

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Die FEMcademy gibt ambitionierten Unternehmerinnen Starthilfe. © Shutterstock

„Als Unternehmerin weiß ich, wie wichtig Netzwerk und offenes, konstruktives Feedback für das Weiterkommen auf der persönlichen Karriereleiter sind“, sagt Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. In Kärnten setzt man deshalb auf aktive und praxisnahe Unterstützung von Frauen auf ihrem unternehmerischen Weg. „Mit der FEMcademy öffnen wir Türen, um Weiterentwicklung und Wachstum zu ermöglichen.“ Das Mentoringprogramm bringt Unternehmerinnen zu Beginn ihrer Karriere mit erfahrenen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft zusammen. Über mehrere Monate entsteht ein direkter Austausch zwischen frischen Geschäftsideen und unternehmerischer Erfahrung. Dabei geht es um praxisnahe Weiterentwicklung, ehrliches Feedback, neue Perspektiven und entscheidende Kontakte.

Erfolgsgeschichten

Die Raumwandlerin Sandra Dobos © Simone Attisani

DIE RAUMWANDLERIN. „Die FEMcademy kam nach eineinhalb Jahren Selbstständigkeit zu einem Zeitpunkt, als ich Verbündete brauchte“, erzählt Unternehmerin Sandra Dobos. Mit Raum für Austausch und neue Sichtweisen sowie einem Mentoring von Businesscoach Christina Winkler richtete Dobos ihre Marke neu aus. „Gemeinsam statt einsam! Die FEMcademy kam für mich zu einem Zeitpunkt, als ich selbst eine Verbündete brauchte.“ Mit „Die Raumwandlerin“ hat sich die Wahl-Ossiacherin auf die Umgestaltung von Wohnräumen spezialisiert. „Klassisch bin ich Interior Designerin mit Schwerpunkt ReDesign. Praktisch bin ich Raumwandlerin mit Herz und Hammer.“ Die Leidenschaft für das Umgestalten von Räumen begleitet sie bereits seit ihrer Jugend. „Ich war nie die ,Deko-Tante‘. Ich wollte Räume verwandeln, sie zu meinem Zuhause machen. Ich wollte etwas bewegen, etwas verändern, Zuhause spürbar machen!“ Was zunächst mit funktionalen Lösungen für kleines Budget und viel Eigenleistung begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer Profession. Erfahrungen im Projektmanagement und technischen Einkauf bilden heute das Fundament ihrer Arbeit. „Diese Erfahrung befähigt mich heute, groß zu denken, klar zu strukturieren und außergewöhnliche Ideen auf ihre Machbarkeit und Budgettreue zu prüfen, um sie perfekt an die Fachgewerke zu übergeben.“

Von der Planung über die Handwerkerkoordination bis hin zur Möbelauswahl begleitet Dobos ihre Kundinnen und Kunden durch den gesamten Prozess. „Ich bin Vermittlerin, Übersetzerin, Verbündete – ich schlage die Brücke zwischen Wunsch, Machbarkeit und realer Umsetzung.“ Dabei arbeitet sie bevorzugt mit dem, was bereits vorhanden ist. „Ich arrangiere Bestehendes neu oder verwandle ein veraltetes Möbelstück in ein handgefertigtes Unikat, das perfekt zu den Menschen und ihrem neu gestalteten Raum passt.“ Nicht immer brauche es dafür einen großen Umbau. Oft seien es kleine Veränderungen, die einen Raum grundlegend verwandeln.

Zum Ossiacher See führte sie ihre zweite große Leidenschaft: das Motorradfahren. Bereits 2008 verbrachte sie längere Zeit in Kärnten, später wurde die European Bike Week am Faaker See zum Fixpunkt ihrer Reisen. „Mich hat von Anfang an die Vielfältigkeit und Freizeitqualität von Kärnten in ihren Bann gezogen. Die Berge, die schönen Seen, die vielen Kurven und die Menschen, die ich über die Jahre kennengelernt habe. Hier wollte ich einfach leben.“ 2023 fand sie schließlich in einem kleinen alten Haus am Ossiacher See ihr neues Zuhause.

Das Schönste und zugleich Herausforderndste an ihrem Beruf seien die Menschen selbst. „Zuhause ist kein Ort, sondern ein Gefühl von Ankommen, Loslassen und Wohlfühlen.“ Um dieses Gefühl sichtbar und spürbar zu machen, brauche es viel Vertrauen. „Ein Zuhause ist hochgradig intim. Es erfordert feines Gespür, tiefes Vertrauen aufzubauen, verborgene Wünsche herauszufiltern oder auch mal zwischen unterschiedlichen Vorstellungen von Partnern zu vermitteln.“ Die wahre Kunst bestehe darin, „das Menschliche und das Handwerkliche so zu vereinen, dass am Ende alles perfekt funktioniert“.

Interior Designerin Monica Cardinali © Mary Good Photo


DIE ALPE ADRIA BOTSCHAFTERIN. Monica Cardinali setzt bei „Cardinali Interior Design“ auf zeitlos-elegante italienische Ästhetik. „Ich habe sie nie wirklich gesucht – sie war immer da“, sagt die gebürtige Italienerin über ihre Berufung. Aufgewachsen in einer Unternehmerfamilie im Baugewerbe, waren Baustellen, Pläne und Räume schon früh Teil ihres Alltags. „Was mich dabei fasziniert hat, war nie die äußere Hülle, sondern die Frage dahinter: Wie wirkt ein Raum? Was macht er mit den Menschen, die darin leben und arbeiten?“ Obwohl sie zunächst einen anderen beruflichen Weg einschlug, ließ sie der Traum nie los. Nach einer Ausbildung in Wien als Interior Designerin gründete sie vor vier Jahren ihr Studio in Klagenfurt.

„Ich kam ursprünglich aus einer anderen Branche und bin seit 2022 selbstständig. Die FEMcademy hat mich damals unglaublich unterstützt“, erzählt Cardinali. Heute engagiert sie sich außerdem als Alpe-Adria-Botschafterin für rund 120 italienische Unternehmerinnen in Kärnten. „Ich bin die Brücke zwischen ihnen und Frau in der Wirtschaft, vernetze und baue Barrieren ab. Viele wissen gar nicht, dass ihnen diese Services zustehen, weil es so etwas in Italien nicht gibt.“ Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen immer die Menschen hinter einem Projekt. „Kein Projekt beginnt mit Farben oder Möbeln. Es beginnt mit Menschen.“ Besonders bei Unternehmen analysiert sie zunächst Arbeitsabläufe, Bedürfnisse und Werte. „Ich will verstehen, wie gearbeitet wird, was nach außen wirken soll und was die Menschen darin wirklich brauchen.“ Denn ein gelungenes Raumkonzept sei weit mehr als eine Frage der Ästhetik. „Es spiegelt die Persönlichkeit und Philosophie des Kunden wider, funktioniert auch im Alltag und unterstützt die Abläufe.“

Zu ihren wichtigsten Erkenntnissen der vergangenen Jahre zählt die Einsicht, dass ihre besondere Raumwahrnehmung nicht selbstverständlich ist. „Ich sehe sehr schnell, was ein Raum werden kann – Proportionen, Licht, Wirkung. Das ist mir mitgegeben worden.“ Heute wisse sie, dass genau darin ihr Mehrwert liege. „Meine Kundinnen und Kunden suchen den Überblick, den sie selbst nicht haben – und die Lösungen, die daraus entstehen.“ Die Neuroarchitektur gibt ihrer Arbeit dabei zusätzliche wissenschaftliche Tiefe. „Gestaltung ist eine Frage des Menschen – nicht des Stils.“ Das Schönste an ihrem Beruf sei jener Moment, wenn Kundinnen und Kunden einen fertig gestalteten Raum betreten. „Genau das bin ich.“ Die Herausforderung sieht sie zugleich als Kern ihrer Arbeit: „Aus jedem Raum, mit jedem Budget, das Maximum herauszuholen – durch gezielte Optimierung, die sich am Ende in jedem Detail spüren lässt.“

Hiasl Zirbenhütte Gastgeberin Siegrun Struckl-Leitgeb © beigestellt

DIE GASTGEBERIN. Siegrun Struckl-Leitgeb wurde einst von Julischka Politzky gecoacht. „Die Grande Dame aus Velden war meine Mentorin“, erinnert sie sich an die FEMcademy. „In einer persönlich herausfordernden Zeit hat sie mich auf meinem Weg bestärkt und mir wertvolle Impulse gegeben.“ Gemeinsam analysierten sie zahlreiche Bereiche des Betriebs – von Ausbauplänen und Vermietung bis hin zu Mitarbeiterführung, Einkauf und Werbung. „Besonders motivierend war für mich, dass ich viele der Tipps sofort in die Praxis umsetzen konnte.“ Ihre Leidenschaft für den Tourismus entdeckte Struckl-Leitgeb bereits als Kind auf dem Bauernhof ihres Onkels. „Ich habe jede freie Minute dort verbracht und meiner Oma bei der Betreuung der Gäste geholfen.“ Mit zwölf Jahren stand für sie fest, dass ihr beruflicher Weg in den Tourismus führen würde. Statt einer landwirtschaftlichen Ausbildung entschied sie sich bewusst für die Tourismusschule.

Als Gastwirtin der Hiasl Zirbenhütte auf der Hochrindl hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Heute ist die Hütte mit Gasthof und Almwohnungen ein erfolgreicher Familienbetrieb, der seit 2004 mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet ist. Nachhaltigkeit wird dort konsequent gelebt: regionale Hölzer, Photovoltaik, Hackschnitzelheizung, Pflanzenkläranlage und eine starke Zusammenarbeit mit heimischen Produzenten prägen den Betrieb. Als Kärntner Genusswirt setzt Struckl-Leitgeb auch kulinarisch auf Regionalität.

„Das Schönste an meinem Beruf ist es, Menschen eine schöne Zeit bereiten zu dürfen“, sagt sie. Viele Stammgäste begleiten die Familie seit Jahren und sind zu Freunden geworden. „Wenn Gäste glücklich nach Hause fahren und immer wiederkommen, ist das die schönste Bestätigung unserer Arbeit.“ Die vergangenen Jahre haben sie persönlich geprägt. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Jahr 2024 musste sie ihren Weg neu finden. „Ich habe gelernt, wie wichtig Familie, Zusammenhalt und Gesundheit sind.“ Heute führt sie den Betrieb mit ihren beiden Töchtern weiter und achtet bewusster auf ihre eigene Kraft. „Yoga, Shiatsu und Spaziergänge helfen mir dabei, Balance zu finden. Man kann nur für andere da sein, wenn man auch auf sich selbst achtet.“ Gerade diese Erfahrungen haben ihren Blick auf das Unternehmertum verändert. „Ich weiß heute noch mehr zu schätzen, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist – mit der Familie, mit Freunden und auch mit unseren Gästen.“

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